Kreislaufwirtschaft


In der Schweiz werden bereits heute 75 % der gesamten Aushub- und Abbruchmaterialien wiederverwertet und rund 85 % des Betons rezykliert. Um die Nachhaltigkeitsziele zu erreichen, liegt der Fokus darauf, Baustoffkreisläufe weiter zu schliessen, Materialien effizienter einzusetzen sowie Rückbau und Wiederverwertung zu fördern. Nachhaltiges Bauen umfasst dabei alle Lebensphasen eines Gebäudes – von der Baustoffherstellung über die Planung, den Bau und die Nutzung bis hin zu Rückbau und Rezyklierung.

Im Zentrum steht nicht nur das Schliessen von Stoffkreisläufen durch Recycling, sondern auch Strategien zur Abfallvermeidung, Reduktion des Materialeinsatzes, Wiederverwendung von Baustoffen und sogar das Verleihen ganzer Bauelemente. Unter den Leitprinzipien Reduzieren, Wiederverwenden und Rezyklieren sucht und realisiert Holcim zukunftsfähige Baulösungen – in enger Zusammenarbeit mit Partnerinnen und Partnern aus Forschung, Industrie und Start-ups. Daraus entstehen Innovationen wie der mineralische Dämmstoff Airium, Carbon Prestressed Concrete (CPC) oder das Rippmann Floor System, die den effizienten Einsatz von Baustoffen ermöglichen und den Weg zu einer kreislauforientierten Bauweise ebnen. Unser Engagement im Bereich Kreislaufwirtschaft wurde vom Green Label Circular Globe ausgezeichnet.

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So halten wir Baustoffe im Kreislauf:

Unser Beitrag zur Kreislaufwirtschaft

REFERENZPROJEKTE

Carbon Prestressed Concrete im Innovationslabor Grüze
Innovationslabor Grüze

Holcim demonstriert im Innovationslabor Grüze in Winterthur, wie Kreislaufwirtschaft im Bauwesen praktisch gelingt: Mit Carbon‑Prestressed‑Concrete (CPC) realisierte, schlanke Betonfertigteile werden statt verkauft geliehen, nach dem Einsatz zurückgenommen und weiterverwendet – ein innovatives Sharing‑Modell. Damit werden Materialeinsparungen von bis zu 75 % erzielt .

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Rippmann Floor System

Das von der Block Research Group der ETHZ und Holcim gemeinsam entwickelte Rippmann Floor System ist ein innovatives und ressourceneffizientes Deckensystem mit einem um 80% geringeren CO2-Fussabdruck als herkömmliche Konstruktionen. Zudem ist das System leicht rezyklierbar. Holcim arbeitet derzeit zusammen mit dem ETH Spin-off «Vaulted» an der industriellen Skalierung dieser nachhaltigen Baulösung.

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Stoffkreisläufe schliessen – Beispiel Arosertunnel

Die Sanierung des Arosertunnels ist ein gutes Beispiel einer regionalen Kreislaufwirtschaft: Bei der Sanierung des 300 Meter langen Tunnels der Rhätischen Bahn fällt eine grosse Menge belastetes Ausbruchmaterial an, das wir im Zementwerk Untervaz aufbereiten und als alternatives Rohmaterial der Zementproduktion zuführen. Der in Untervaz hergestellte Zement wird wieder im Arosertunnel verbaut – der Baustoffkreislauf schliesst sich.

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Nachhaltiger Beton für das HSG Learning Center

Die Universität St. Gallen eröffnete 2022 auf ihrem Campus eine Denk- und Arbeitsstätte, die neue Arten des Lernens und der Kollaboration ermöglicht - das HSG Learning Center. Aufgrund der filigranen Architektur, der zahlreichen Sichtbetonflächen und der umwelttechnischen Aspekte waren die Anforderungen an den Beton äusserst hoch. Die Bauherrschaft vertraute dabei unter anderem auf eine Produktinnovation von Holcim Schweiz, welche den Stoffkreislauf schliesst: der ressourcenschonende und CO2-reduzierte Beton ECOPact+ und der klimaneutrale ECOPact ZERO.

Verwertung von Strassensammlerschlämmen

Strassensammlerschlämme sind das Abfallprodukt, das entsteht, wenn Kehrmaschinen die Strassen gefegt und Saugmaschinen die Schächte gereinigt haben. Dieses stark belastete Material kann normalerweise nicht weiterverarbeitet werden. Gemeinsam mit den kantonalen Behörden im Aargau und dem Zementwerk Siggenthal entwickelte Geocycle eine Lösung für die Verwertung der Feinfraktion aus der Aufbereitung von Strassenwischgut.