holcim schweiz - eine zeitreise durch mehr als ein jahrhundert

DIE ANFÄNGE

Am 15. Februar 1912 gründet der Unternehmer Adolf Gygi in Holderbank die Aargauische Portlandcement-Fabrik. Ziel war die industrielle Zementproduktion für den Schweizer Binnenmarkt. Aus einem regionalen Werk entsteht bald ein Unternehmen, das die Baugeschichte der Schweiz prägt.

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Aargauische Portlandcement-Fabrik, Bild: ©Holcim Ltd.

ZUSAMMENSCHLUSS UND ZÄSUR

Fusionierung mit der Rheintalischen Cementfabrik Rüti des Industriellen Ernst Schmidheiny. Kurz darauf kommt es im Zuge des Ersten Weltkriegs zu einer temporären Stilllegung der Werke.

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Bild: Ernst Schmidheiny, ©Holcim Ltd.

WIEDERAUFBRUCH

Nach Kriegsende nimmt die Produktion erneut Fahrt auf. Das Unternehmen wagt erste Schritte ins Ausland und knüpft ein Beteiligungsnetz in Europa.

TOD VON ADOLF GYGI

Gründer Adolf Gygi verliert bei einem Autounfall sein Leben. Die Führung des Unternehmens bleibt innerhalb der Familie Schmidheiny.

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Bild: Adolf Gygi, ©Holcim Ltd.

GRÜNDUNG DER HOLDINSTRUKTUREN HOFI UND SCI

Das Zementgeschäft wird reorganisiert. Mit der Gründung der Holdings Holderbank Financière Glarus AG (HOFI) und Schweizerische Cement-Industrie-Gesellschaft (SCI) soll die Fabrikationsgesellschaft von den neuen Aktivitäten im In- und Ausland getrennt werden.

TOD VON ERNST SCHMIDHEINY

Nach dem überraschenden Tod von Ernst Schmidheiny bei einem Flugzeugabsturz auf dem Sinai übernehmen seine Söhne Ernst Jr. und Max das Steuer. Ernst kontrolliert die HOFI, während sich Max auf die anderen Geschäftszweige konzentrierte.

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Bild: Ernst Jr. und Max Schmidheiny, ©Holcim Ltd.

ZEMENT IN ZEITEN DES KRIEGES

Der Zweite Weltkrieg schwächt den Schweizer Markt. Doch Holderbank kann auf Auslandsaktivitäten bauen: Projekte im Nahen Osten, in Ägypten und Südafrika fangen den Rückgang teilweise auf. Schon vor Kriegsbeginn hat Ernst Jr. Schmidheiny Südafrika erschlossen, während Max das Geschäft im Nahen Osten vorantreibt.

AUSBAU DES GESCHÄFTS IN DER WESTSCHWEIZ UND NORDAMERIKA

Nach dem Zweiten Weltkrieg setzt in der Schweiz ein starker wirtschaftlicher Aufschwung ein. Insbesondere der Wohnungsbau sowie der Bau grosser Staumauern und Kraftwerke in der Westschweiz führten zu einer hohen Nachfrage nach Zement. Das Unternehmen nutzt diese Entwicklung, modernisierte bestehende Werke und nimmt neue Anlagen in Betrieb. Parallel dazu beginnt eine Phase der Konsolidierung mit dem Aufbau von Konzern- und Beteiligungsgesellschaften. Im Jahr 1950 wird zudem die Entscheidung getroffen, in den nordamerikanischen Markt zu expandieren – ein wichtiger Schritt in der weiteren Internationalisierung.

ERÖFFNUNG DES ZEMENTWERKS UNTERVAZ

In Graubünden wird die Bündner Cementwerk AG gegründet. Bereits ein Jahr später nehmen die modernen Anlagen in Untervaz den Betrieb auf. Das Werk wird von Beginn an im Rahmen der technischen Planung durch Holderbank realisiert.

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Bild: ©ETH Bibliothek Zürich, Bildarchiv

BÖRSENGANG VON HOFI UND AUSBAU IM HEIMMARKT

Im Jahr 1958 wird die Holdinggesellschaft Holderbank Financière Glarus AG (HOFI) an den Börsen von Zürich und Basel kotiert. Trotz der Öffnung zum Kapitalmarkt sichern sich Ernst und Max Schmidheiny mittels Stimmrechtsaktien weiterhin die Kontrolle über das Unternehmen. Nach dem Ende des Kraftwerkbooms in der Schweiz profitiert Holderbank zunehmend vom Bau des nationalen Autobahnnetzes, das eine neue Phase der Nachfrage nach Zement einleitet.

DER SPRUNG IN DIE WELT

Holderbank erschliesst Lateinamerika und festigt seine Konzernstrukturen. 1970 bündeln die Brüder Ernst und Max ihre Zementaktivitäten, übernehmen internationale Beteiligungen und schaffen mit der Holderbank Management und Beratung AG eine zentrale Verwaltung. In den folgenden Jahren weitet das Unternehmen seine Präsenz bis in den asiatisch-pazifischen Raum aus.

THOMAS SCHMIDHEINY ÜBERNIMMT DIE LEITUNG

Mit Thomas Schmidheiny übernimmt die dritte Generation die operative Leitung. Unter seiner Führung wächst Holderbank weiter in Osteuropa, China, Indien und Südostasien und entwickelt sich zu einem globalen Konzern.

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Bild: ©Holcim Ltd.

UMFIRMIERUNG ZU HOLDERBANK FINANCIÉRE GLARUS AG

Die bisherige Aargauische Portlandcement-Fabrik Holderbank-Wildegg wird 1987 offiziell in Holderbank umbenannt als Schritt zur Vereinheitlichung des Unternehmensauftritts.

REORGANISATION UND STÄRKUNG DER MARKTPRÄSENZ IN DER SCHWEIZ

Im Zuge mehrerer Übernahmen und einer Neuausrichtung der Besitzverhältnisse entsteht im Zementwerk Eclépens die Holderbank Cement und Beton AG (HCB). Diese strategische Umstrukturierung stärkt die Position des Unternehmens auf dem Schweizer Zementmarkt nachhaltig und festigt seine Marktpräsenz unter der Leitung von Verwaltungsratspräsident Thomas Schmidheiny. Im Rahmen dieser Entwicklung übernimmt HCB auch die Portland-Cement-Werk Würenlingen-Gruppe, zu der unter anderem das Zementwerk Siggenthal gehört.

ÜBERNAHME DER ETERNIT AG

Holcim übernimmt die Eternit AG (Schweiz). Die Beteiligung umfasst Produktionsstandorte und Aktivitäten im In- und Ausland und stärkt die Position des Konzerns im Bereich Baustoffe. Eternit bleibt bis 2003 Teil der Holcim-Gruppe. Im Zuge einer strategischen Neuausrichtung wird das Unternehmen im Herbst 2003 verkauft und aus dem Konsolidierungskreis entfernt.

NAMENSWECHSEL ZU HOLCIM UND RÜCKTRITT VON THOMAS SCHMIDHEINY AUS DER OPERATIVEN LEITUNG

Im Rahmen einer internationalen Neupositionierung wird der Konzernname von Holderbank zu Holcim geändert. Damit verbunden ist ein klares Bekenntnis zur Bündelung aller Aktivitäten unter einem einheitlichen Namen. Der Name Holcim leitet sich aus der früheren Unternehmensbezeichnung Holderbank und dem französischen «ciment» für Zement ab. Nach über zwei Jahrzehnten in der Geschäftsleitung zieht sich Thomas Schmidheiny 2001 aus dem operativen Geschäft zurück. Er bleibt dem Unternehmen jedoch als bedeutender Aktionär verbunden.

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Bild: ©Holcim Ltd.

GRÜNDUNG DER HOLCIM FOUNDATION UND EMISSIONSREDUKTION IN UNTERVAZ

Im Jahr 2003 gründet Holcim die Holcim Foundation for Sustainable Construction mit Sitz in der Schweiz. Ziel der Stiftung ist die weltweite Förderung von nachhaltigem Bauen sowie der Wissenstransfer zwischen Praxis und Forschung. Im selben Jahr wird im Zementwerk Untervaz die bestehende Filtertechnik durch einen modernen Gaswäscher ersetzt. Diese Massnahme führte zu einer Reduktion der SO₂- und Staubemissionen um rund 50 % und unterstreicht das frühzeitige Engagement von Holcim Schweiz im Bereich Umwelt- und Ressourcenschutz.

SCHLIESSUNG DES ZEMENTWERKS BRUNNEN

Im Juni 2008 wird das älteste Zementwerk des Konzerns in Brunnen stillgelegt. Die Anlage entspricht nicht mehr den aktuellen Anforderungen an Energieeffizienz und Luftreinhaltung, und eine Modernisierung hätte umfangreiche Investitionen erfordert. Seit der Schliessung des Zementwerks wird der Standort als bedeutender Abbaustandort für Festgestein weitergeführt und beliefert zahlreiche Bauprojekte in der Region.

GROSSINVESTITION IM ZEMENTWERK UNTERVAZ

Holcim investiert 40 Mio. CHF in das Werk. Es wird eine Wärmerückgewinnungsanlage und ein Klinkerkühler installiert, womit ca. 20 % des Strombedarfs durch Abwärme gedeckt werden.

FUSION MIT LAFARGE

Im Jahr 2015 erfolgt der Zusammenschluss mit dem französischen Unternehmen Lafarge. Holcim wurde Teil von LafargeHolcim, dem weltweit grössten Anbieter von Baustoffen. Der Schweizer Standort blieb dabei erhalten. Bis zur Fusion mit Lafarge ist der Holcim-Konzern auf 71 000 Mitarbeitende in über 70 Ländern gewachsen.

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Bild: ©Lafarge Holcim

STEINBRUCH-ERWEITERUNG GENEHMIGT (LA BIRETTE)

Das Zementwerk Eclépens erhält die Genehmigung zur Erweiterung des Steinbruchs, wodurch die Rohstoffversorgung mindestens bis 2029 gewährleistet ist.

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Bild: ©Holcim (Schweiz) AG

GENEHMIGUNG ERWEITERUNG DES STEINBRUCHS GABENCHOPF

Die Bewilligung für die Verlängerung des Abbaugebiets sichert die Versorgung des Zementwerks Siggenthal bis etwa 2030.

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Bild: ©Holcim (Schweiz) AG

REBRANDING ZU HOLCIM

Die Gruppe kehrt 2021 zum Namen Holcim zurück. Die Umbenennung markiert eine strategische Neuausrichtung auf die Themen Kreislaufwirtschaft, Dekarbonisierung und nachhaltiges Bauen – mit klarem Bezug zum Schweizer Heimmarkt.

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Bild: ©Holcim Ltd.

65-JAHR-JUBILÄUM & OPEN DAY IN UNTERVAZ

Anlässlich des 65-jährigen Bestehens lädt das Zementwerk Untervaz herzlich zur Werksführung ein. Rund 3’500 Besucher:innen erkunden den Standort und zeigten reges Interesse an moderner Produktion und Zementherstellung.

EIN BEDEUTENDES JAHR FÜR UNSERE ZEMENTWERKE

Im Zementwerk Siggenthal wird 2023 ein digitaler 3D-Zwilling eingeführt – ein wegweisendes Pilotprojekt im Rahmen des Holcim-Programms Plants of Tomorrow. Zusätzlich erhält der angrenzende Steinbruch Gabenchopf eine Auszeichnung der Stiftung Natur & Wirtschaft für seine naturnahe Gestaltung. Beim Tag der offenen Tür zum 110-jährigen Bestehen informieren sich rund 5’000 Besucher:innen über die Entwicklungen am Standort.

Auch im Zementwerk Eclépens wird in diesem Jahr ein wichtiger Schritt umgesetzt: Die Erweiterung der Recyclinganlage ermöglicht die Verarbeitung von jährlich 30'000 Tonnen zusätzlichem mineralischem Material – ein weiterer Beitrag zur Ressourcenschonung und zur Modernisierung der Produktion.
 

ÜBERNAHME VON CAND-LANDI SA

Im März 2024 erfolgt die Übernahme der Cand‑Landi SA – ein strategischer Schritt für die nachhaltige Weiterentwicklung in der Westschweiz. Cand‑Landi, ein traditionsreiches Familienunternehmen mit über 250 Mitarbeitenden, bleibt als eigenständige Tochter unter Holcim weiter aktiv und bringt umfassende Kompetenzen in Recycling, Baustoffvertrieb, Logistik und Infrastrukturdienstleistungen ein. Durch diese Integration wird das Recyclingvolumen von Abbruchmaterial deutlich gesteigert – um bis zu 100’000 Tonnen pro Jahr – und trägt entscheidend zur Dekarbonisierung des Zementwerks Eclépens bei.

STRATEGIE "NEXTGEN GROWTH 2030" & BRAND EVOLUTION

2025 setzt Holcim ihre Strategie „NextGen Growth 2030“ um. Im Vordergrund stehen die Themen Kreislaufwirtschaft, Dekarbonisierung, nachhaltige Baulösungen sowie gezielte Investitionen in wachstums- und margenstarke Geschäftsfelder. Parallel wird im Rahmen dieser strategischen Neuausrichtung eine Brand Evolution durchgeführt: Das Unternehmenslogo wird leicht angepasst, um das modernisierte Markenprofil und die Neuausrichtung transparent zu machen.

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Bild: ©Holcim Ltd.