Dekarbonisierung

Der gesellschaftliche Bedarf an Infrastruktur, beispielsweise für Verkehr oder Wohnen, ist enorm. Die Nachfrage nach Zement und Beton wird daher anhalten, weshalb wir diese Baustoffe klimafreundlich herstellen und sinnvoll einsetzen müssen. Ein grosses Potenzial zur CO2-Reduktion sehen wir bei der Produktion von Zementen mit tieferem Klinkerfaktor. Unser Ziel bis 2030 besteht darin, den Anteil an Zementen mit tieferem Klinkerfaktor kontinuierlich zu erhöhen. Gleichzeitig erhöhen wir den Anteil an alternativen Brennstoffen und entwickeln kontinuierlich klimafreundliche Produkte und Lösungen. Aufgrund dieser Massnahmen und der Umgestaltung unseres Zementproduktportfolios mit dem klaren Ziel einer drastischen Dekarbonisierung sind wir zuversichtlich, unsere Ziele bis 2030 zu erreichen.

Unsere Dekarbonisierungsstrategie

Wir reduzieren unseren CO2-Fussabdruck entlang der gesamten Wertschöpfungskette. Dabei liegt der grössten Hebel in der Produktion, insbesondere in der Reduktion des Anteils an gebranntem Gestein (Klinker) im Zement. Holcim investiert daher laufend in die Entwicklung von ressourcenschonenden Zementen, bei denen der Klinkeranteil möglichst durch alternative Rohstoffe wie etwa qualitativ hochwertig aufbereitetes Mischgranulat ersetzt wird.

Gleichzeitig optimieren wir die Energieeffizienz unserer Anlagen, treiben den Ersatz fossiler Energieträger voran und forschen an neuen innovativen Technologien zur Reduktion der CO2-Emissionen wie beispielsweise den CCUS-Technologien (Carbon Capture, Usage and Storage – CO2-Abscheidung, -Nutzung und -Speicherung). Diese Technologien bieten vielversprechende Möglichkeiten zur Bekämpfung des Klimawandels, etwa in dem CO2 in industriellen Prozessen abgeschieden und danach als Rohstoff zu synthetische Kraftstoffen, Kunststoffen oder anderen Chemikalien verarbeitet oder für die Rekarbonatisierung des Betons genutzt wird. 

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→ Weiterführende Informationen auf den Seiten der cemsuisse

 

Projekt «Phoenix» in Siggenthal

Das Innovationsprojekt «Phoenix», das derzeit einer Machbarkeitsstudie unterzogen wird, sieht unter anderem eine deutliche Verbesserung der Substitutionsrate traditioneller Brennstoffe vor: Wir wollen den Einsatz alternativer anstelle fossiler Brennstoffe erhöhen – ein wichtiger Schritt zur Erreichung unseres Ziels von über 85%. Damit können wir jährlich über 30'000 Tonnen CO2 einsparen. Zudem entwickeln wir das Zementwerk schrittweise zu einem «Waste-toEnergy-Werk» weiter, bei dem wir die Wärme, die aus der thermischen Verwertung von alternativen Brennstoffen entsteht, nicht nur für die Zementproduktion, sondern auch anderweitig als Energie nutzen können.

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Projekt «Flame» in Eclépens

Im Rahmen des Projekts «Flame» – Inbetriebnahme im Sommer 2024 – bauen wir in unserem Zementwerk in Eclépens eine Lagerhalle und eine Förderanlage für nicht rezyklierbare Kunststoffabfälle, die als alternative Brennstoffe verwendet werden. Dadurch und mit dem Einsatz innovativer Technologien erhöhen wir den Anteil an alternativen Brennstoffen von 70% auf 95% und sparen so rund 40'000 Tonnen CO2 pro Jahr ein.

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Zement für das nächste Jahrzehnt

Im Rahmen unserer Dekarbonisierungsstrategie überarbeiten wir unser gesamtes Zementproduktportfolio. Aufbauend auf dem Susteno-Konzept, also der Herstellung von zirkulärem Zement, verfolgen wir das Ziel, unser Produktportfolio stark zu dekarbonisieren und Kreisläufe weiter zu schliessen. Unser integraler Ansatz, der die Entwicklung neuer Zemente und die Formulierung neuer leistungsbasierter Betonkonzepte umfasst, ermöglicht es uns, Zemente und Betone noch gezielter einzusetzen, anspruchsvolle betontechnologische Anforderungen zu erfüllen und gleichzeitig einen deutlich reduzierten CO2-Fussabdruck zu erreichen. Das neue Zementproduktportfolio wird nun sukzessive eingeführt – eine Neuheit ist bereits für das zweite Halbjahr 2024 geplant.


 

Maximal CO2-reduziertes Bauwerk


Das Leuchtturmprojekt «Bridge to the Future» in unserem Werk Hüntwangen ist das erste Bauwerk, das maximal CO2-reduziert ist. Beim Bau dieser Plattform für die Annahme von Aushubmaterial wurde erstmals unser klinkerfreier Zement Locarbo eingesetzt. Dank Locarbo und einer optimalen Abstimmung von Baustoffen und Bauweise konnte der CO2-Fussabdruck des Bauwerks um 75% reduziert werden. Das Projekt illustriert auf eindrückliche Weise, dass es beim klimaneutralen Bauen nicht nur um das einzelne Material geht, sondern um die gesamte Wertschöpfungskette und ein Zusammenspiel sämtlicher Akteure.