Geocycle und Holcim entwickeln für den Kanton Aargau Verwertungsverfahren für Strassensammlerschlämme


24. November 2020

Strassenkehrmaschinen arbeiten effizient und sorgen dafür, dass unsere Strassen stets sauber und gut unterhalten sind. Doch was geschieht mit dem stark belasteten Material, das sie aufsammeln? Geocycle hat eine Lösung für die Verwertung der Feinfraktion aus der Aufbereitung von Strassenwischgut entwickelt. Dadurch wird Deponieraum geschont und die belasteten Stoffe werden vernichtet.


Strassensammlerschlämme sind das Abfallprodukt, das entsteht, wenn Kehrmaschinen die Strassen gefegt und Saugmaschinen die Schächte gereinigt haben. Spezialisierte Firmen behandeln den Schlamm und teilen ihn in unterschiedliche Fraktionen auf. Die feine Fraktion der Schlämme - der sogenannte Filterkuchen - besteht unter anderem aus organischem Material wie Pneuabrieb und Öl. Dieses stark belastete Material kann normalerweise nicht weiterverarbeitet werden. Zudem darf es seit diesem Jahr schweizweit nicht mehr deponiert werden, sondern braucht eine thermische Behandlung.

Verbrennung ohne Schadstoffe

Da es für die Entsorgung bisher keine ideale Lösung gab, hat sich Geocycle auf die Suche nach einer ökologisch und ökonomisch zufriedenstellenden Verwertungsmethode gemacht. Gemeinsam mit den kantonalen Behörden im Aargau und dem Zementwerk Siggenthal entwickelte Geocycle eine Methode, die den belasteten Abfall direkt im Drehofen des Zementwerks - genauer gesagt an der heissesten Stelle des Ofens - bei rund 1500 Grad verwertet. Durch die hohen Temperaturen verbrennt der organische Teil innerhalb von Sekunden komplett und es entstehen somit keine Schadstoffe, die in den Filter oder die Umwelt gelangen könnten. Ein weiterer Vorteil: Die Methode schont wertvollen Deponieraum; denn bei der Verarbeitung von Strassensammlerschlämmen in Kehrichtverbrennungsanlagen (KVAs) bleibt Schlacke übrig, die wiederum deponiert werden muss. Somit unterstützen wir die KVAs in ihren Bemühungen, Schlackevolumen zu reduzieren und Deponieraum zu schonen.

Schnelle Entwicklung und einfacher Nachbau möglich

Dank ihrer Erfahrung als Lösungsanbieterin im Bereich der Abfallverwertung und der guten Zusammenarbeit mit den Behörden konnte Geocycle das Verfahren für die Verwertung von Strassensammlerschlämmen in nur einem Jahr entwickeln. “Wir haben eine Reihe von Versuchen im Zementwerk Siggenthal gemacht und sehr schnell die richtigen Parameter für die optimale Verwertung des Materials gefunden”, sagt Marco Wey, Operations Manager bei Geocycle Schweiz. 

Die Anlage läuft seit Ende Oktober im Regelbetrieb. Sie kann problemlos auch in anderen Zementwerken nachgebaut werden. Pro Jahr kann das Werk Siggenthal 14’000 Tonnen Schlämme verarbeiten; das entspricht ungefähr dem halben Volumen, das in der Deutschschweiz anfällt. 14’000 Tonnen Material, das nicht auf Deponien landet, sondern sinnvoll verwertet wird. 

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RCS Anlage in Siggenthal

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Telefon: 058 850 67 86
Email: solutions-che@geocycle.com

Das Annahmesilo mit zwei Entladestationen

Das Annahmesilo mit zwei Entladestationen

Die Schlämme werden mit Förderpumpen durch eine Rohrleitung in den Ofenkopf gepresst.

Ein Lastwagen liefert Material an.

Durch dieses Gitter fällt das Material ins Silo.

Vom Annahmesilo aus wird das Material über eine Leitung direkt in den Ofenkopf geführt.

Die Schlämme werden durch eine Förderleitung von oben in den Ofenkopf gepresst und fallen so in den noch heissen Klinker und verbrennen bei hohen Temperaturen.

Eindosung: An dieser Stelle gelangt das Material zur thermischen Verwertung in den Ofenkopf.