Kieswerk Mülligen: die Uferschwalben sind zurück

20 Mai 2020

Seit einigen Jahren verbringt jeweils eine Uferschwalben-Kolonie die wärmeren Monate im Holcim Kieswerk Mülligen. Die Vögel finden in den steilen Wänden der Kiesgrube einen optimalen Brutplatz und werden jedes Jahr von Mai bis August erwartet. Im Moment zählt das Kieswerk rund 60 Brutröhren.

 
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Seit Anfang Mai herrscht reges Kommen und Gehen in der Kiesgrube in Mülligen, denn die Uferschwalben sind aus ihrem Winterlager in Zentralafrika in die Schweiz zurückgekehrt. Das Holcim Kieswerk im aargauischen Mülligen erwartet die Uferschwalben jedes Jahr und passt den Kiesabbau sorgfältig den Schwalben an. Ein geschützter Bereich wird speziell für die Vögel freigehalten, damit sie ungestört brüten können. 
 
“Die Uferschwalben liegen mir sehr am Herzen”, erzählt Matthias Gsell, Bergbau-Verantwortlicher im Holcim Kieswerk Mülligen. “Seit zehn Jahren lassen wir eigens für die Vögel geeignete Sandwände stehen. Bis jetzt sind sie jedes Jahr in unsere Kiesgrube zurückgekommen und vor zwei Jahren zählten wir sogar 360 Brutröhren. Momentan sind es rund 60 Röhren und täglich werden es mehr.” 
 
Früher fanden die Uferschwalben in steilen Ufern von unverbauten Flüssen einen geeigneten Brutplatz, da sie gerne in senkrechten Wänden aus Lehm und Sand brüten. Heute sind diese Lebensräume knapp. Die Uferschwalbe gilt als Prioritätsart für die Artenförderung Vögel Schweiz und wird auf der Schweizerischen Roten Liste als „verletzlich“ eingestuft. Kiesgruben bieten ihnen dabei einen wichtigen Lebensraum. In die steilen Wände bohren die Vögel mit den Füssen einen 30 bis 120 Zentimeter tiefen Gang, worin sie das Nest für die Brut bauen. Laut rufend und singend wechseln sich Männchen und Weibchen beim Füttern und Brüten ab. Bei idealen Bedingungen brüten die Uferschwalben sogar zwei bis drei mal pro Jahr. 
 
In den Videos wurde das rege An- und Abfliegen der Uferschwalben in Mülligen festgehalten. (Foto/Video: M. Gsell)