Zukunftsfähiges Bauen erfordert nachhaltige Lösungen

3 Mai 2021

Bis 2050 klimaneutrales, vollständig rezyklierbares Baumaterial produzieren? Wie das geht, zeigt die Holcim Schweiz AG als innovative, nachhaltige Vorreiterin in der Schweizer Baustoffindustrie.

 
Artikel vom 02. Mai 2021 aus der Beilage "Modernes Bauen" der NZZ am Sonntag

Gebaut wird immer – auch in Zeiten von Klimawandel und Ressourcenknappheit. Daher lautet die Frage nicht, ob gebaut wird, sondern wie. Gefragt sind innovative Lösungen zum Schliessen von Ressourcenkreisläufen sowie nachhaltige, regional produzierte Baustoffe, die rezyklierbar sind und eine niedrige CO2-Bilanz aufweisen. «Mit dem Commitment zum 1.5°-Ziel verfolgt unser Mutterkonzern LafargeHolcim das ambitionierteste Ziel innerhalb der Branche», sagt Clemens Wögerbauer, Mitglied der Geschäftsleitung. «Holcim Schweiz trägt zur Zielerreichung bei, indem wir ökologischer, intelligenter und für alle bauen. Ökologischer, indem wir laufend CO2-reduzierte Produkte entwickeln und das Baustoffrecyling weiter ausbauen. Intelligenter, indem wir Innovationen im Bereich digitale Fabrikation vorantreiben, womit Material eingespart wird. Für alle, indem wir mit Infrastrukturprojekten die Lebensqualität steigern.»

Innovatives Recycling für hochwertige Baustoffe
Wenngleich LafargeHolcim weltweit tätig ist, Zement und Beton sind ein regionales Geschäft. Die Devise: dort produzieren, wo gebaut wird, und zur Schonung von Kalkstein und Mergel Bauabfälle möglichst vollständig wiederverwerten. Mit innovativen Lösungen lassen sich Stoffkreisläufe schliessen und damit Ressourcen schonen und sogar verunreinigte Bauabfälle effizient wiederverwerten. Beispiel: Sanierung Arosertunnel. Das belastete Material kommt per Bahn und Lkw ins Zementwerk Untervaz und dient dort als alternatives Rohmaterial. Der damit hergestellte Zement wird schliesslich wieder im Arosertunnel verbaut – der Kreislauf schliesst sich und es werden natürliche Ressourcen und Deponieraum gespart.
Um das Baustoffrecycling im Bereich Sand und 
Kies voranzutreiben, baut Holcim Aufbereitungsanlagen in der Schweiz. Das jüngste Beispiel ist die Recycling Center Ostschweiz AG (RCO), wo aus mineralischen Aushub- und Abbruchmaterialien – darunter Betonabbruch und Gleisschotter – zum Grossteil hochwertiges Baumaterial für den lokalen Markt hergestellt wird.

Neu See Land Rorschacherberg EvopactPLUS
In Rorschacherberg am Bodensee entstehen unter dem Projektnamen Neu See Land
neue Mehrfamilienhäuser mit besonderem Anspruch an die Nachhaltigkeit. Die
Bauherrschaft entschied sich deshalb für den ressourcenschonenden und CO2-
reduzierten Beton EvopactPLUS von Holcim Schweiz.
Bild: THOMA Immobilien und Treuhand AG

Apropos Baumaterial: Mit Susteno hat Holcim den ersten und bisher einzigen Zement in der Schweiz auf den Markt gebracht, bei dem als Zumahlstoff aufbereitetes Mischabbruchgranulat aus rückgebauten Gebäuden eingesetzt wird. Im Vergleich zu Massenzement verringert Susteno die CO2-Emmissionen um zehn Prozent. Susteno steckt auch im nachhaltigen Holcim-Beton Evopact. Diese kommen derzeit unter anderem beim Bau des Papieri-Areals, ein nachhaltiges Quartier für Cham, und des künftigen Kinderspital des CHUV in Lausanne zum Einsatz.

 

 

 


CO2-Einsparungen entlang gesamter Wertschöpfungskette
Auch im Bereich Brennstoffe kann Holcim Erfolge vorweisen: «Wir haben 2020 mehr als 145’000 Tonnen CO2 eingespart, indem wir anstelle von fossilen Brennstoffen 150‘000 Tonnen brennbare industrielle Abfälle verwendet haben.» Daneben arbeitet Holcim intensiv an anderen Hebeln entlang der ganzen Wertschöpfungskette, um den CO2-Ausstoss zu reduzieren. Neben energieeffizienten Anlagen sind das vor allem der Strombezug aus erneuerbaren Energien und eine klimafreundliche Logistik. Beispielsweise transportiert Holcim über 40 Prozent des Zements per Bahn, was etwa 105’000 Lkw-Fahrten pro Jahr spart, und setzt als erster Baustoffhersteller in der Schweiz elektrische Betonfahrmischer ein. «Wir sind stolz darauf, in der Baustoffindustrie eine Vorreiterrolle einzunehmen bei der Entwicklung von nachhaltigen Lösungen – und wir setzen uns dabei ambitionierte Ziele», so Wögerbauer. «Bis 2050 produzieren wir klimaneutrales und vollständig rezyklierbares Baumaterial.»

 
bild clemens woegerbauer
3 Fragen an Clemens Wögerbauer, Head Commercial und Mitglied Geschäftsleitung

Herr Wögerbauer, warum investieren Sie als Unternehmen in Nachhaltigkeit?
Wir sind überzeugt, dass wir als Unternehmen langfristig nur erfolgreich sein können, wenn wir die Bedürfnisse von Umwelt und Gesellschaft mit finanziellem Erfolg in Einklang bringen. Deshalb tragen wir dazu bei, Baustoffe effizienter einzusetzen, Ressourcenkreisläufe zu schliessen und CO2 entlang der gesamten Wertschöpfungskette zu reduzieren.

Holcim treibt nachhaltiges Bauen mit innovativen Lösungen voran. Ist der Markt bereit dafür?
Absolut: Im letzten Jahr haben wir bereits über 120’000 Tonnen Susteno produziert. Das entspricht dem Bedarf von rund 6’000 Einfamilienhäusern. Mit nachhaltigen Produkten reagieren wir auf veränderte Bedürfnisse in der Gesellschaft und geben dem Markt bewusst auch eine Stossrichtung vor.

Welche Rahmenbedingungen braucht Holcim, um klimaneutrales Bauen noch stärker vorantreiben zu können?
Klimaneutrales Bauen erfordert die Mobilisierung aller Akteure im Bauwesen. Und Klimaneutralität muss alle Lebensphasen eines Gebäudes berücksichtigen: Von der Planung über den Bau und die Nutzung bis zum Abbruch und Recycling. Wir arbeiten deshalb mit Partnern aus der gesamten Wertschöpfungskette des Bauens zusammen.