Kieswerk Aigle: Flüchtlingsgruppe im Dienste der Biodiversität

30 Juni 2020

Holcim legt grossen Wert auf die Nachhaltigkeit ihrer Aktivitäten und setzt sich für Erhalt und Förderung von Biodiversität ein. Zusammen mit dem Verband der Schweizerischen Kies- und Betonindustrie (ASGB) und der Stiftung SWO stellt sich die Holcim Kiesgrube in Aigle den Anforderungen des Naturschutzes und verbindet diese mit sozialer Integration. Bereits zum dritten Mal in diesem Jahr empfing die Kiesgrube am 18. Juni eine Gruppe von Flüchtlingen für eine Aktion gegen invasive Pflanzen. 

 

Der Holcim Kiesgrube in Aigle liegt der Schutz der Biodiversität sehr am Herzen. Mit einer Fläche von 35 Hektaren ist die Kiesgrube im Laufe der Jahre zu einem Zufluchtsort für bedrohte Tier- und Pflanzenarten geworden. Die Kiesgrube bietet zum Beispiel dem Flussregenpfeifer, der Blauflügelige Ödlandschrecke oder dem Rosmarin-Weidenröschen eine einzigartige und lebensnotwendige Umgebung. Das Engagement für die Natur zeigt sich in konkreten Massnahmen: Zum Beispiel wurde durch den Bau einer neuen Zufahrtsstrasse für Lastwagen eigens für die Flussregenpfeifer ein Schutzgebiet gesichert. Ehemaliges Abbaugebiet wurde renaturiert, in ein Naturschutzgebiet umgestaltet und Stein-, Holz- und Sandhaufen wurden angelegt. Dank regelmässigen Aktionen zur Bekämpfung von invasiven Pflanzen wird zudem die biologischen Vielfalt erhalten.

Zertifizierter Standort

Seit 2011 ist die Kiesgrube wegen ihren Bemühungen zugunsten der Biodiversität mit einer Zertifizierung durch die Stiftung Natur & Wirtschaft ausgezeichnet. Der Kampf gegen invasive Neophyten steht dabei im Vordergrund. Solche invasive Pflanzenarten, wie das schmalblättrige Greiskraut, die Goldrute und der Schmetterlingsflieder, vermehren sich schnell und vermindern damit die biologische Vielfalt. Zudem verursachen sie gesundheitliche und wirtschaftliche Schäden. "Unser Ziel ist es, die Entwicklung einheimischer Pflanzen auf Kosten invasiver Arten zu fördern", sagt Cecilia Gonzalez, Projektleiterin für Natur und Boden beim Schweizerischen Verband der Kies- und Betonindustrie (FSKB). Lange Zeit kümmerten sich die Mitarbeitenden des Werkes darum. Angesichts der Grösse der Aufgabe beschloss Holcim jedoch 2016, auf externe Verstärkung zurückzugreifen und zwei bis drei Mal im Jahr zu intervenieren. 

Arbeit mit Flüchtlingen

"Wir arbeiteten zunächst mit zivilgesellschaftlichen Gruppen und wurden vom FSKB unterstützt. Anfang dieses Jahres wandten wir uns dann auf Empfehlung an die Stiftung SWO, die Flüchtlingen bei der Integration in der Schweiz hilft. Uns gefällt die Idee, soziale Integration durch Arbeit zu fördern", sagt Yvan Aubord, der für die Kiesgrube von Aigle verantwortlich ist. 

"Diese Aktion ist Teil eines Programms zur Besetzung und Integration von Flüchtlingen, die im Zentralwallis wohnen. Wir begleiten Flüchtlinge aller Altersgruppen aus diversen Ländern, vor allem aber aus Afrika und Mittelasien, bei ihrer sozialen und beruflichen Integration in der Schweiz. Die Projekte, zu denen sie beitragen, betreffen sowohl die Erhaltung der Biodiversität als auch die Bewahrung unseres kulturellen Erbes", sagt Violaine Leyat, Projektleiterin bei der Stiftung SWO und Verantwortliche für die Begleitung der Gruppe. 

Positive Ergebnisse

Anlässlich des dritten Aktionstages in diesem Jahr ziehen die Projektbeteiligten eine einstimmig positive Bilanz und wollen die Zusammenarbeit fortführen. Sie sehen darin einen Mehrwert für die Erhaltung der Biodiversität und die Integration der Teilnehmer. "Wir sehen wirklich gute Ergebnisse im Kampf gegen invasive Neophyten in dieser Kiesgrube. Das ist das Ergebnis einer guten Zusammenarbeit, vor allem aber der grossen Motivation der Flüchtlingsgruppe. Wir sind stolz darauf, das Bewusstsein für den Naturschutz bei Personen geschärft zu haben, die vorher nicht unbedingt davon wussten", resümiert Cecilia Gonzalez.

 

 
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