Vollständige Verwertung von Abfällen durch Co-Processing

 

Wo immer möglich setzen wir Abfall- und Reststoffe als alternative Roh- und Brennstoffe ein (auch Co-Processing genannt). Wir verwerten Abfälle wie Kunststoffe aus der Industrie, Klärschlamm, Altholz, Altreifen, Lösungsmittel, Tiermehl, usw. und suchen immer wieder neue Materialien. Dies ist eine umweltfreundliche Alternative zur Verbrennung von Abfällen. Bei unserem Werk in Eclépens konnten wir beispielsweise somit 70% der thermischen Energie ersetzen. 

Wir vertreten die Verwertungspyramide, d.h. an erster Stelle steht immer die stoffliche Verwertung, an zweiter Stelle die gleichzeitige stoffliche und thermische Verwertung im Zementwerk und erst danach die Verbrennung. Dass diese Hierarchie Sinn ergibt, wurde durch eine Vielzahl von Lebenszyklusanalysen belegt. 

Aufgrund der Prozessbedingungen (u.a. höhere Flammentemperatur) sind Drehrohröfen von Zementwerken für Abfallverwertung  besonders gut geeignet. Organische Schadstoffe werden zerstört, der Wärmeinhalt wird mit einem hohen Wirkungsgrad verwertet; der mineralische Anteil (d.h. die Asche) der Reststoffe wird vollständig in den Klinker integriert. Es gibt also keinen Restmüll, denn sämtliche Reststoffe werden als Energie oder als Ersatzrohstoff verwertet. Deshalb ist Co-Processing einer herkömmlichen Verbrennung aus ökologischer Perspektive deutlich überlegen, selbst wenn bei letzterer eine Energierückgewinnung in Form von Strom- und/oder Fernwärmeproduktion stattfindet.

Auch im Rahmen von Rückbau und Standortsanierungen bieten unsere Zementwerke eine nachhaltige Lösung: Wir verwerten Abfälle, die ansonsten auf einer Deponie landen würden oder zu einer thermischen Entsorgung ins Ausland verschickt werden müssten. Dazu gehören mineralische Abfälle, verunreinigtes Erdreich aus der Sanierung von Altlasten, Filterkuchen von Betonschlämmen und Strassensammlerschlämme, sowie Abfälle aus der aktiven Eisen-, Stahl oder Aluminiumindustrie, aber auch verschmutztes Abraum-, Ausbruch- oder Aushubmaterial. Letzteres verwerten wir nur im Zementwerk, wenn es keine anderen Verwertungsmöglichkeiten gibt. Unbelastetes Aushubmaterial verwenden wir, um Materialentnahmestellen (z.B. Kiesgruben) rückzufüllen. Im Verlauf von 10 Jahren konnten wir im Fall von unserem Zementwerk in Siggenthal das Materialvolumen von einer ganzen Deponie einsparen. 

Zu den zahlreichen Projekten, die wir bisher unterstützen durften, gehört beispielsweise auch die Entsorgung von verunreinigtem Erdreich aus der Sanierung der Deponie Bonfol, welche durch die bci Betriebs-AG durchgeführt worden ist.