Abwärme nutzen und Energie sparen

In einem Zementofen wird Klinker bei einer Temperatur von 1450 Grad Celsius gebrannt. Beim Brennprozess entsteht viel Abwärme – sowohl direkt am Ofen, als auch beim Kühlen des gebrannten Klinkers. Für Holcim ist diese Abwärme ein wertvolles Gut, mit dem Energie gespart wird: Wir nutzen sie nämlich für vor- und nachgelagerte Prozesse bei der Zementproduktion, wie das Vorheizen oder Trocknen von Material. Wärme, die nicht für den Produktionsprozess genutzt werden kann, speisen wir als Fernwärme ins öffentliche Netz ein oder wandeln die Wärme in Strom um.

 
Wir produzieren und entwicklen Siggenthal Brennofen

In unseren Zementwerken nutzen wir die Abwärme des Drehrohrofens gleich mehrfach: Zum einem nutzen wir die Wärme des Ofens, um das Rohmaterial wie Kalkstein und Mergel in der Rohmehlmühle zu trocknen. Zum anderen heizen wir dieses danach im Wärmetauscherturm vor. Dadurch hat es beim Eintreten in den Ofen bereits eine Temperatur von knapp 900 Grad Celsius und wir benötigen weniger Brennstoff. In Siggenthal trocknen wir ausserdem mit Abwärme des Klinkerkühlers den aus benachbarten Abwasserreinigungsanlagen stammenden Klärschlamm und verwenden diesen an Stelle von Kohle als alternativen Brennstoff. Einen grossen Teil der Kühlluft, die wir für das Abkühlen des Klinkers verwenden, wird als bis zu 1000 Grad heisse Verbrennungsluft dem Ofen zugeführt. Dies führt ebenfalls zu grossen Einsparungen beim Brennstoff.


Fernwärme für Haushalte in der Region

Wärme, die nicht mehr im Prozess genutzt werden kann, speisen wir in Fernwärmenetze ein. Einen besonderen Umweltbeitrag leistet die Industriepartnerschaft Cadcime, welche unser Zementwerk in

Eclépens mit den Nachbargemeinden Eclépens und La Sarraz zusammen mit dem Energieversorger Romande Energie eingegangen ist. Die Abwärme des Drehrohrofens und des Klinkerkühlers wird in ein Fernwärmenetz eingespeist und versorgt im Winter rund 250 Wohnhäuser und mehrere Betriebe in der Umgebung mit Wärme. Die gelieferte Wärme entspricht etwa dem Bedarf von 2’000 durchschnittlichen Haushalten. Im Sommer wird die Energie zur Kühlung des Briefpostzentrums genutzt. Das Zementwerk Siggenthal speist ebenfalls Wärme ins lokale Fernwärmenetz ein und versorgt rund 100 Haushalte in der Gemeinde.

 

untervaz werk

Klimaneutraler Strom für den Eigenbedarf

Als eines der  ersten Werke der LafargeHolcim Gruppe nutzt das Zementwerk Untervaz die gegen 400 Grad Celsius heisse Abluft aus dem Wärmetauscherturm und dem Klinkerkühler, um eine Turbine anzutreiben und Strom zu erzeugen. Pro Jahr erzeugt das Werk netto mehr als drei Millionen Kilowattstunden klimaneutrale elektrische Energie und deckt damit fünf Prozent seines gesamten Elektrizitätsbedarfs. Im Werk Eclépens befindet sich eine Turbine zur Stromerzeugung im Bau. Sie soll Ende 2019 fertig gestellt werden.