Nachhaltige Entwicklung
Zementproduktion
Kaum jemand zweifelt heute noch am Klimawandel. Der CO2-Ausstoss muss vermindert werden. Holcim nimmt hier eine wegweisende Rolle ein: Wir haben uns zusammen mit der Schweizer Zementindustrie verpflichtet, die CO2-Emissionen aus dem Verbrennungsprozess bis 2010 auf die Hälfte gegenüber 1990 zu reduzieren. Und dies ist nur ein Zwischenziel: Holcim wird über dieses Abkommen hinaus ihr Engagement zur Reduktion des CO2-Ausstosses und anderer Emissionen weiter verstärken.
Energieverbrauch
Um qualitativ hochwertigen Klinker, den Hauptbestandteil des Zements, herstellen zu können, muss das Rohmehl auf eine Temperatur von 1450 Grad Celsius erhitzt werden. Dazu braucht es viel Energie. Die Zementwerke der Holcim Schweiz verbrauchten in der Periode des Nachhaltigkeitsberichts 2005-2007 insgesamt rund 8000 Terajoule thermische und elektrische Energie pro Jahr. Dies entspricht knapp einem Prozent des gesamten Energieverbrauchs der Schweiz. Das Unternehmen arbeitet seit Jahren daran, die Energieeffizienz zu steigern - aus ökologischen wie aus wirtschaftlichen Gründen. Mit beachtlichem Erfolg! Beispielsweise werden mit der Abwärme unserer Zementwerke Eclépens und Siggenthal mehrere hundert Gebäude geheizt und mit Warmwasser versorgt.
Wasserverbrauch
Alle Zementwerke der Holcim Schweiz verfügen über eigene Wasserquellen, die insgesamt 98 Prozent des jährlichen Gesamtverbrauchs von rund einer Million Kubikmetern decken. Das meiste Wasser wird zur Kühlung verwendet und wird unverschmutzt in den Wasserkreislauf zurückgeführt. Insgesamt achtet die Holcim Schweiz sehr auf einen sorgfältigen Umgang mit der Ressource Wasser.
CO2-Emissionen
Wie bei jedem Verbrennungsprozess bildet sich auch bei der Klinkerproduktion das Treibhausgas Kohlendioxid (CO2). Zusätzlich gelangt geogenes CO2 aus dem Kalkstein in die Luft. Gesamthaft entstehen pro Tonne Zement rund 680 Kilogramm CO2 - 230 Kilogramm aus den Brennstoffen und rund 450 Kilogramm aus dem Gesteinsmehl. Die Schweizer Zementindustrie erzeugt zirka neun Prozent des gesamten CO2, das hierzulande auf menschliche Aktivitäten zurückzuführen ist. Die Reduktion des CO2-Ausstosses ist deshalb eine grosse ökologische Aufgabe für die Zementhersteller. Holcim setzt auf das Drei-Säulen-Prinzip: energieeffiziente Anlagen einsetzen, fossile Energieträger durch alternative Brennstoffe ersetzen, den Klinkerfaktor (Anteil des gebrannten Gesteins) im Zement verringern. 35 Prozent der Wärmeenergie deckt die Holcim Schweiz heute durch alternative Brennstoffe. Gegen 20 Prozent allen Klinkers ersetzt Holcim durch Alternativmaterialien.
NOx-Emissionen
Im Zementofen bilden sich wegen der hohen Verbrennungstemperaturen grosse Mengen Stickoxide (NOx), aber auch andere Schadstoffe wie Schwefeldioxid und Staub. Mit gezielten Massnahmen im Verbrennungsprozess, etwa der Zugabe von Harnstoff oder Ammoniak, sowie mit einer immer perfekteren Filtertechnik lassen sich die Emissionen heute erheblich reduzieren. Die Holcim Schweiz und die anderen Zementhersteller des Landes hatten 1998 mit den Behörden der Standortkantone die erste freiwillige Branchenvereinbarung der Schweiz zur Verminderung des Stickoxidausstosses abgeschlossen. Ziel dieser Vereinbarung war, die NOx-Emissionen bis 2009 um insgesamt 20 Prozent zu reduzieren. Dieses Ziel wurde frühzeitig erreicht. Daher haben die Schweizer Zementhersteller Anfang 2006 die NOx-Branchenvereinbarung erneuert und sich noch ehrgeizigere Ziele gesetzt.
Lärmemissionen
Zementwerke gehören zur Schwerindustrie. Damit sind auch laute Maschinen, Anlagen und Fahrzeuge verbunden. Zudem wuchsen die Siedlungen in den letzten Jahrzehnten immer näher an die Zementwerke heran. Die Werke der Holcim Schweiz investieren viel, um alle gesetzlichen Lärmgrenzwerte einzuhalten, und erweitern laufend den Schallschutz. Rückmeldungen aus der Bevölkerung nimmt Holcim sehr ernst. Deshalb haben wir 2007 ein modernes Lärmmessgerät angeschafft. Dieses ist in der Lage, nicht nur den momentanen Schallpegel zu messen, sondern auch mittlere Werte über längere Perioden zu errechnen und das Hörempfinden des menschlichen Ohrs zu simulieren. Ausserdem lassen sich die Lärmquellen genauer orten. Holcim führt in der Umgebung von Zementwerken regelmässig ein Monitoring durch, um Veränderungen des Geräuschpegels zu registrieren. Die Ergebnisse der Messungen erlauben es, Lärmprobleme noch genauer zu analysieren und gemeinsam mit Anwohnenden gezielt nach Lösungen zu suchen.
Renaturierung
Nach dem Abbau lässt die Holcim Schweiz die Steinbrüche entweder rekultivieren, damit wieder eine landwirtschaftliche Nutzung möglich ist, oder sie renaturiert sie in Zusammenarbeit mit Naturschutzorganisationen wie Pro Natura oder WWF. Die Renaturierung führt zu vielen neuen Lebensräumen für seltene Tier- und Pflanzenarten. Viele ehemalige Abbaustellen haben dadurch den Status eines Naturschutzgebietes erlangt. So erklärte zum Beispiel der Kanton Aargau den ehemaligen Steinbruch Musital zehn Jahre nach seiner Stilllegung zum Naturschutzgebiet von kantonaler Bedeutung.
Abbaugebiete im Einklang mit der Natur und der Landschaft
Bahn bevorzugt
Holcim setzt, wenn immer möglich, auf die Bahn als Transportmittel. Mit einer Transportleistung von jährlich über 300 Millionen Tonnenkilometern bekennt sich die Holcim Schweiz zur Bahn. Gut die Hälfte der Lieferungen erfolgt per Zug.

